Mythen

Der Mensch liebt es Geschichten zu erzählen. Bei den Mythen handelt es sich aber um besondere Geschichten, die uns eine emotionale Anbindung an das Erzählte ermöglichen. Mythen erzählen auch nie die Wahrheit, sondern eine Wahrheit die man nur emotional ergründen und erfahren kann. Damit trifft ein Mythos auch nie universelle Aussagen, sondern subjektive, die in der Sprache der Gefühle einen ansprechen oder nicht. Es sind Metaphern und damit bildhafte Ausdrücke, die der Mythos verwendet.

1. „Ohne Hautrötung keine Borreliose“

Der rote Hautausschlag ist zwar typisch für die Borreliose, muss aber nicht auftreten. Nur ca. 50% aller Borreliosen zeigen das klinische Stadium I des Erythema migrans!

2. „Ein negativer Bluttest bedeutet, dass man keine Borreliose hat.“

Das ist eindeutig falsch. Die Diagnose „Borreliose“ muss in erster Linie symptomabhängig gestellt werden. Wenn Ihr Hausarzt etwas Anderes sagt, dann wenden Sie sich bitte an einen anerkannten Borreliosen Spezialisten! Der spezifische IgG-Antikörper-Nachweis ist erst nach vielen Wochen (nicht unter 4-6 Wochen) möglich. Das Erkennen direkter Borrelia-Antigene im
Blut oder besser in der Zecke selbst ist ggf. mittels einer Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR) möglich!

3. „Wenn Sie sich nicht an einen Zeckenbiss erinnern können, ist es höchst unwahrscheinlich, dass Sie Borreliose haben.“

Viele Patienten mit diagnostizierter Borreliose können sich nicht an einen Zeckenstich erinnern. Der Zeckenbiss kann somit nicht als Entscheidungsgrundlage für Diagnose oder Behandlung gelten.

4. „Die lokale Rötung im unmittelbaren Stichbereich ist schon eine Borreliose“

Nein! Jeder Insektenstich hinterlässt im Stichbereich auch ohne Keime eine kleine Infektion und damit für wenige Tage eine lokale Hautrötung, die nach kurzer Zeit wieder verschwindet; Inflammation als Reaktion auf Fremdeiweiß im Speichel!

5. „Ohne Fieber keine Borreliose“

Einige Patienten erinnern sich an Fieber und grippeartige Begleiterscheinungen nach dem Biss. Jedoch kann die Infektion auch Jahre zurücklegen und erst durch ein geschwächtes Immunsystem Jahre später zum Ausbruch kommen.

6. „Hohe Dosen und lange Dauer antibiotischer Behandlung sind gefährlich und sollten nicht in Betracht gezogen werden.“

Nein. Eine antibiotische Behandlung sollte mindestens 28 dauern.

7. „Zecken fallen von den Bäumen“

Nein! Zecken finden sich im Unterholz, in Stauden, Büschen und Gras bis max. 1,20m Höhe.

8. „Sie sind psychisch krank.“

Nein! Eine Borreliose wirkt sich auf die Psyche aus, siehe Symptome!

9. „Zecken beißen“

Nein! Zecken besitzen keinen Mund und keine Zähne; sie können also nicht zubeißen, aber sie stechen mit ihrem Stachel (Hypostom) in die Haut.

10. „Beim Entfernen reißt der Zeckenkopf ab“

Nahezu immer nein! Das sogenannte „Hypostom“ reißt leichter ab und bleibt in der Haut stecken.

11. „Das abgerissene Hypostom ist gefährlich“

Nein! Es kann theoretisch in der Haut verbleiben, da es keine zusätzliche Infektion verursachen kann und stößt sich in aller Regel mit der Hautregeneration ab!

12. „Zecken-Entfernung egal wie“

Nein! Auf gar keinen Fall Leib der Zecke quetschen, um Erreger nicht in die Haut zu drücken; ebenfalls Zecke nicht ersticken (Oel oder Klebstoff) um kein Erbrechen zu provozieren (Todesangst)! Am effektivsten mit gebogener Pinzette am Hypostom greifen und herausziehen!

13. „Ich bin gegen Zecken geimpft.“

Ein gefährlicher Irrtum. Es gibt keine „Impfung gegen Zecken“, sondern nur eine gegen das von Zecken übertragene FSME-Virus. FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis (Hirnhautentzündung). Doch erstens übertragen Zecken nur in bestimmten Regionen dieses Virus und zweitens ist FSME in Deutschland, mit durchschnittlich 200 bis 300 gemeldeten Infektionen pro Jahr, relativ selten. Die meisten FSME-Erkrankungen zeigen überdies einen leichten Verlauf. Vor der viel häufigeren Lyme-Borreliose und anderen, durch Zeckenstiche übertragenen Krankheitserreger schützt die „Zeckenimpfung“ überhaupt nicht.

14.  In Deutschland übertragen Zecken keine Krankheiten

Die in unseren Breiten heimische Schildzecke kann mit einem einzigen Stich sehr viele verschiedene, für Menschen gefährliche, Krankheitserreger übertragen. Man sagt, mit einem Stich, bis zu 50 verschiedene Pathogene. Das „Angebot“ des gemeinen Holzbocks reicht beispielsweise von Bakterien wie Borrelia burgdorferi (Lyme-Borreliose) und Ehrlichien über Einzeller wie Babesien bis zu Viren und Pilzen. Zecken sind die gefährlichsten Krankheitsüberträger in der industrialisierten Welt; die Erkrankungszahlen steigen rasant.

15. Zeckenstiche sind nur im Süden Deutschlands, in Österreich und der Schweiz gefährlich

Am häufigsten verursachen Zeckenstiche Lyme-Borreliose. Diese Infektion wird praktisch überall auf der Welt, wo es Zecken gibt, übertragen. Man kann sich zum Beispiel in Europa, Australien, China, Japan, in Russland, in manchen Gebieten in Zentralafrika, in Kanada und in den USA infizieren.Die virusbedingte FSME ist sehr viel seltener. Man findet dieses Virus hauptsächlich in Bayern, Österreich, den Balkanländern, in Polen oder Südskandinavien.

16. Im Winter ist das Risiko für einen Zeckenstich gleich Null

Leider nein. Zecken werden schon ab 7° C wieder munter – egal zu welcher Jahreszeit.

17. Ich hatte vor Jahren eine Borreliose. Bin ich gegen eine neue Infektion immun?

Es gibt keine Immunität nach einer durchgemachten Borreliose. Man kann sich jederzeit neu infizieren und erkranken.

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… ein Zecken- Märchen

Kater Kongolo und Zecke ZaZa

Ein kalter Wind weht durch sein schmutziges und verklebtes Fell. Zitternd drückt er seinen abgeschwächten Körper unter die großen Holzstämme. Zu allem Überfluss fängt es noch an zu regnen. Mit einem von Ekel gezeichnetem Blick, beobachtet er, wie sich eine braune Pfütze immer mehr seinen Pfoten nährt. Nein, das ist wirklich kein Katzen Wetter.
Die Stämme bieten ihm etwas Schutz. Genussvoll drückt er seine Nase gegen das klamme Holz und genießt den Duft seiner Heimat, in der es immer warm ist, Leider ist immer so im Leben, denkt der graue Kater mit der schwarzen Schwanzspitze. Es war keine einfache Entscheidung, seine Heimat zu verlassen. Seine Freunde, seine Familie, das herrliche Wetter, all das musste er zurücklassen, eigentlich alles, was er so sehr liebte. Aber er hatte keine andere Wahl.

Plötzlich ruckelt alles um ihn herum, die schweren Holzstämme über seinem Kopf wackeln und etwas Regenwasser spritzt auf sein Gesicht. Schnell springt er aus seinem Versteck, klettert geschickt die nassen, rutschigen Holzstämme hoch und oben angekommen denkt er: „Hurra, ich habe es geschafft!“ Voller Freude blickt er auf die Gebäude, auf die Schuppen und Häuser um ihn herum. Endlich kann er etwas anderes sehen, als dieses Schiff, als nur Wasser. Eine neue Welt wartet auf ihn und seine Heimat ist in weite Ferne gerückt.
Sein Magen knurrt laut, er streichelt mit seiner schmutzigen Pfote über den abgemagerten Bauch und denkt an die herrlichen Mäuse, die er jetzt fangen kann. Seit Tagen konnte er schon nicht mehr auf die Jagd gehen. Er wäre fast verhungert, wenn nicht ein Matrose von dem Schiff ihm ab und zu ein paar Knochen unter das Holz geschoben hätte.

Voller Übermut springt er von dem Schiff, sogar der Regen stört ihn in dem Moment kaum. Doch kaum ist er auf der Pier gelandet, wird er fast von einem riesigen Lastwagen überfahren. Entsetzt springt er zur Seite, aber da kommt schon der nächste Lastwagen auf ihn zu. In Panik hüpft er von einer Seite zur anderen und versucht den großen Rädern auszuweichen. Er gerät immer mehr in Panik, weiß nicht mehr wo oben und unten ist.
Ein Schrei des Entsetzens entfährt seiner Kehle, als seine Schwanzspitze von einem Rad erfasst wird.

Mit einem letzten Satz schafft er es schließlich in das Gras zwischen ein paar Büsche zu hüpfen. Erschöpft fällt er auf den Boden und streckt alle vier Beine von sich, blickt auf seinen beschädigten, angeschwollenen Schwanz und schläft im hohen, nassen Gras ein.
Langsam wacht der graue Kater auf. Sein Fell ist komplett durchnässt und ihm ist kalt. Leicht blinzelt er mit den Augen, sein abgemagerter Körper zittert. Vorsichtig streckt er seine Glieder, reckt sich und begutachtet seinen angefahrenen Schwanz.
„Puh, noch einmal Glück gehabt!“ denkt er. Die Spitze seines Schwanzes ist angeschwollen, aber es tritt kein Blut aus. Das wird schon wieder heilen, beruhigt er sich.

Ein lächeln huscht über sein Gesicht, als er in den Himmel blickt.

Die Sonne scheint und wärmt langsam die Erde wieder auf. Bloß schnell aus dem nassen Gras raus, denkt er. Aber auf keinen Fall zurück zu dem Schiff und an den ganzen Lastwagen vorbei. Auf leisen Pfoten schleicht er sich vorsichtig durch die feuchten Sträucher. Mit gespitzten Ohren lauscht er dem Gesang der Vögel, sein Hunger ist unerträglich.
Plötzlich hört er ein Geräusch, einen hohen Ton und sein Jagdfieber ist geweckt. Der Schmerz im Schwanz ist vergessen, alle Sinne gespannt, legt er sich auf die Lauer. Seine Augen beobachten die kleine Maus, mit einem Satz springt er auf, will die Maus packen, doch sie entwischt seinen scharfen Krallen und hüpft davon. Als sie sich in Sicherheit wiegt, dreht sie sich um und lacht ihn aus.
Der graue Kater ist so überrascht, dass er vergisst, der Maus hinter her zu laufen.
Auf einmal hört er auch über sich jemanden lachen. Er hebt den Kopf, guckt nach oben, zur Seite, wieder nach oben, doch er sieht niemanden.
Er ruft: „Wer bist du? Wo bist du?“
Das Lachen hört kurz auf, dann erklingt eine helle Stimme: „Auf deinem Kopf, aber du wirst mich nicht sehen können.“
Den Kopf schüttelnd ruft er: „Was willst du auf meinem Kopf? Komm da runter und zeige dich!“
Wieder hört der graue Kater die Stimme sagen: „Nein, ich komme hier garantiert nicht runter. Ich habe Hunger und muss unbedingt etwas essen.“
Er zuckt zusammen: „Aber du willst doch nicht mich essen, oder?“
Wieder hört er ein Lachen und die Stimme antwortet: „Nein, aber ich brauche etwas von Deinem Blut.“

In dem Moment piekt etwas ganz fürchterlich auf seinem Kopf, entsetzt schreit er auf, nimmt seine rechte Pfote und fegt damit, so stark er kann über seinen Kopf. Aus den Augenwinkeln sieht er, wie eine kleine Kugel im Gras landet. Neugierig geht er näher und ruft aus: „Oh, was bist du denn für einer?“
Die braun- rote Kugel dreht sich um und sagt mit einem roten Schmollmund: „Ich muss doch schwer bitte, ich bin nicht einer, sondern eine! Mein Name ist ZaZa die Zecke und ich habe so einen Hunger! Aber irgendwie schaffe ich es nie, an Blut zu kommen. Ich verstehe das nicht, eigentlich dürftest du es gar nicht merken, wenn ich meinen Rüssel in Deine Haut bohre, denn ich betäube die Stelle vorher. Jedenfalls glaube ich das. Aber mein Betäubungsmittel scheint nicht richtig zu funktionieren. Immer wenn ich anfange zu bohren, merken meine Opfer das und schleudern mich einfach von ihrem Körper. Es ist zum Verzweifeln. Wie heißt du denn?“
Überrascht blickt der graue Kater sie an: „Ich habe keinen Namen, ich bin ein Kater.“
ZaZa lacht und sagt: „Aber du musst doch einen Namen haben! Jeder hat einen Namen!“
Der Kater schüttelt seinen Kopf und erwidert: „Nein, da wo ich her komme, da hat keiner einen Namen.“

ZaZa, die Zecke guckt ihn ungläubig an und sagt: „Wo kommst du denn her? Ich habe noch nie gehört, dass jemand keinen Namen hat! Wie rufen dich deine Freunde, oder deine Familie?“
Schulter zuckend erwidert der Kater: „Wir pfeifen einfach, dann hat man die Aufmerksam von allen um einen herum und den, mit dem man redet möchte, guckt man an. Ich bin gerade mit dem Schiff, was auf der anderen Seite der Straße liegt, aus Kongo gekommen.“
Zaza schlägt ihre langen Wimpern auf und nieder wo ist denn Kongo? Ist das weit weg?“
Der Kater fährt sich mit der Pfote über seine knurrenden Magen: „Ich war mit dem Schiff ganze zehn Tage unterwegs. Kongo liegt in Afrika.“

Zecke ZaZa krabbelt näher an den grauen Kater heran: „Soso, aus Afrika kommst du. Von Kongo habe ich noch nie etwas gehört. Ist das schön dort? Kongo hört sich lustig an. Ich werde dich ab jetzt Kongolo nennen. Warum bist du denn hierher gekommen? Hat es dir dort nicht mehr gefallen?“

Traurig blickt der Kater sie an: „Mir ist es nicht leicht gefallen, das Land und meine Freunde zu verlassen. Aber es gab einfach keine Perspektive dort für mich. Die Hälfte meiner Geschwister sind gestorben, entweder verhungert oder ermordet von Rebellen, die schießend durch unser Dorf fuhren. Meine Mutter würde noch leben, wenn die medizinische Versorgung funktioniert hätte. Ich konnte einfach nicht mehr geliebten Wesen beim Sterben zusehen und habe mich entschlossen, mein Glück in der Ferne zu suchen und habe gehofft, hier vielleicht eine Arbeit zu finden, damit ich Geld verdiene und damit meiner Familie in Kongo helfen kann. Ich vermisse sie schon jetzt so sehr.“
Zecke ZaZa krabbelt auf den Fuß des Katers und streichelt mit einem von ihren acht Beinchen über das Fell: „Oh Kongolo, das tut mir leid. Aber hier in Bremen wird es dir gefallen. Wenn du möchtest zeige ich dir die Stadt.“
Kater Kongolo lächelt die Zecke ZaZa an: „Danke für das Angebot, aber ich brauche unbedingt etwas zu Essen.“
Gerade, als er seinen Satz beendet hat, fährt ein stechender Schmerz durch seine Pfote. Schnell zuckt er mit der Pfote zurück. Dabei sieht er, wie ZaZa durch die Luft gewirbelt wird und etwas weiter in das Gras fällt.
„Was sollte das?“ faucht Kater Kongolo sie an. „Ich dachte, wir würden Freunde werden!“
Beschämt sieht Zecke Zaza ihn an: „Es tut mir leid, aber als du Essen erwähnt hast, habe ich so einen Hunger bekommen. Ich verstehe einfach nicht, warum es nicht klappt.“
Mitleidig guckt Kater Kongolo sie an und sagt: „Ich kann deinen Hunger gut nachvollziehen, du könntest, wenn du fragen würdest und es nicht so weh tun würde, auch gerne etwas von meinem Blut haben.“

Langsam kriecht Zecke ZaZa auf ihn zu: „Kannst du die mal meine Betäubungsspritze angucken? Die ist genau an meinem Mund. Irgendwie kommt da nichts raus.“
Kater Kongolo guckt sich Zecke Zaza genau an, er muss innerlich lachen, als er sieht, wie sie sich heraus geputzt hat. Er hat noch nie eine Zecke, geschweige irgendein Tier mit so viel Make-up gesehen. Ihre Lippen sind knallrot geschminkt, grüner Lidschatten verziert ihre Augen und rosa Rouge liegt auf ihren Bäckchen. Irgendwie hat sie sich eine blonde Haarsträhne auf den Kopf geklebt. Sie könnte eine richtige Diva in einem von den Menschenfilmen spielen.
Aber was ist das da an ihrem Mund? Kater Kongolo fängt fürchterlich an zu lachen.
Verstört guckt Zecke Zaza in an: „Was ist denn? Ist mein Make-up verwischt?“
Kater Kongolo schüttelt den Kopf: „Nein, aber es ist kein Wunder, das du deine Opfer nicht betäuben kannst. Deine Spritzdrüsen sind komplett mit Lippenstift verkleistert. Vielleicht solltest du dich mal ordentlich waschen.“

Beschämt sieht sie den Kater Kongolo an, entschuldigt sich und rennt zu der nächsten Pfütze. In dem Wasser wäscht sie sich sorgfältig den Mund und kommt dann zurück: „Ist es jetzt besser? Dürfte ich jetzt etwas von deinem Blut haben?“

Kater Kongolo begutachtet den frisch gewaschenen Mund und sagt: „Ok, du kannst es versuchen, aber nicht so viel Blut und sobald es weh tut, hörst du auf, einverstanden?“
Die Zecke ZaZa nickt und fängt an ihren Rüssel in den Kater zu bohren. Da er sich nicht rührt, scheint die Betäubung zu wirken.
Nachdem ihr Hunger gestillt ist, lässt sie von ihm ab und bedankt sich bei ihm: „Das war das erste Mal in meinem Leben, das ich das Einverständnis von meinem Opfer hatte. Vielen lieben Dank! Jetzt revanchiere ich mich und zeige die, wo du wunderbares Futter bekommen kannst. Außerdem solltest du dich auch einmal putzen, du stinkst ganz fürchterlich.“
Zecke ZaZa hält setzt sich auf den Kopf von Kater Kongolo und beschreibt ihm den Weg. Nach einigen Minuten kommen sie an einem grün gestrichenen Gebäude vorbei, Zecke ZaZa führt ihn zur Hintertür und Kater Kongolo fallen fast die Augen aus dem Kopf. Zu einem riesigen Berg gestapelt liegen ganz viele Knochen. Freudig wedelt er mit dem Schwanz und schnurrt beim Essen. Zecke ZaZa guckt ihm freudig dabei zu.
Als nichts mehr in den Magen von Kater Kongolo passt, streckt er sich und murmelt: „So, jetzt brauche einen schönen Platz zum Schlafen und zum Aufwärmen.“
Zecke Zaza streichelt mit einem Bein über seinen Kopf und sagt: „Ich kenne einen wunderschönen Platz. Dort kannst du dich in Ruhe putzen und ausruhen. Ich werde auf dich aufpassen.“
Kater Kongolo lacht amüsiert auf: „Wie willst du denn auf mich aufpassen? Du bist doch so klein!“

Beleidigt zieht die Zecke ZaZa ihre Augen hoch und erwidert: „Wenn du nicht mein Freund wärst, wäre ich beleidigt. Hier im Gebüsch wimmelt es von Zecken. Ich werde meine ganzen Verwandten und Artgenossen von dir fernhalten. Oder möchtest du aufwachen und auf einmal elf von meinen Ebenbildern auf deinem Kopf finden?“
„Bloß nicht“, erwidert Kater Kongolo lachend, putzt sich ausgiebig und schläft satt und glücklich ein. Kaum ist er in Bremen angekommen, hat er auch schon einen Freund gefunden.
Zecke ZaZa sitzt auf seinem Kopf, während Kater Kongolo schnurrend schläft und bewacht ihn. Eine Träne läuft ihr aus dem rechten Auge, ihr hat noch nie zuvor jemand freiwillig Blut abgegeben, wenn sie Hunger hatte. Zum ersten Mal hat sie das Gefühl, einen Freund gefunden zu haben. Was gibt es schöneres.
Liebevoll krault sie mit ihren Vorderbeinen seine Schläfen, kein Parasit wird ihn mehr befallen, ihren neuen Freund. Voller Vorfreude malte sie sich aus, was für Abenteuer in sie in Bremen erleben könnten.